Glasperlen – Hohlperlen

Weiter gehts mit den Glasperlen-Sessions 6 bis 10 – und vor allem Hohlperlen.

Hohlperlen sind, wie der Name schon sagt, innen hohl. Da sie entsprechend anders hergestellt werden haben viele Perlenmacher teils riesigen Respekt vor Hohlperlen und probieren sie meist erst sehr spät – im Gegensatz zu mir. Ich persönlich finde sie relativ einfach in der Technik an sich und wollte sie schon recht früh ausprobieren. Perfektion ist dann ja ein anderes Thema und nur noch reine Übung. Hat funktioniert und ich kann allen nur raten: probierts einfach mal unbeschwert aus, macht wirklich Spaß :) Klar ist es im Gegensatz zu normalen Perlen ein bisschen tricky und man muss sehr darauf achten, dass man die Hitze unter Kontrolle hat, sonst schmilzt man entweder ungewollt zu weich oder das Glas springt einem durch zu großes auskühlen gleich vom Dorn.

Es gibt verschiedene Techniken für Hohlperlen, ich benutze die sogenannte Scheibentechnik. Das heißt ich baue an zwei Stellen vom Dorn Glasräder um den Dorn auf und verbinde sie dann dadurch, dass ich die oberen Schichten langsam nach innen und aufeinander zu wandern lasse und schließlich mit der letzten Runde zusammenführe und verschließe.
Zum Schluss wird das komplette Gebilde glattgeschmolzen, wodurch sich die Luft im Inneren ausdehnt, das Glas sich somit zur Kugel formt und letztlich die Perle ergibt, wie man sie auf dem Foto sieht.

Meine erste Hohlperle

Bei den klaren Hohlperlen sieht man, dass ich noch keine ganz gleichmäßige und dünne Wand hinbekomme, die Form noch nicht immer wirklich rund und auch der Grundaufbau am Dorn teils noch recht dick ist – hier fängt dann die Übung an ;) Aber für die ersten Hohlperlen find ich sie gar nicht schlecht, mein Liebling ist allerdings die blaue mit teilgeswirltem Muster.

Und was macht man nun mit Hohlperlen? Entweder man nutzt sie für Ketten, um große Perlen mit weniger Gewicht zu haben – das ist allerdings einfach nicht so mein Fall, weil zu wuchtig für mein Empfinden.
Ansonsten kann man sie prima „pur“ als Kettenanhänger in Szene setzen (das ist schon mehr mein Fall) oder man füllt sie erst und verwendet sie dann als Anhänger. Letzteres ist eine tolle Idee für klare Hohlperlen, man kann Miniperlen, Glitter, Haare vom Haustier oder z.B. Sand reinfüllen, wie ich. Auf dem Bild sieht der Sand noch etwas nass aus, das kommt vom Verschließen mit Kleber und hat sich später wieder gegeben.

Hier kommen noch die anderen Perlen aus den Sessions, wie man sieht hab ich ein neues Muster für mich entdeckt =)
Oh, und Ohrstecker kann man so auch prima herstellen, wie man weiter oben schon sieht (und auf dem nächsten Bild nochmal, links). Ist ebenfalls ein wenig knifflig mit der Hitzekontrolle, geht aber recht gut. Dafür schneidet man sich zwei gleichlange kurze Stücke Glas von der Stange, erhitzt sie und steckt dann den Stecker aus Edelstahl direkt ins flüssige Glas. Durch die Arbeit ohne Trennmittel bleibt das Glas am Metall quasi kleben und hält nachher bombenfest. Danach noch formen und fertig.

Aus meinem neuen Lieblingsmuster entstehen derzeit vor allem Schlüsselanhänger. Das hier ist meiner, wobei die Farben inzwischen nochmal gewechselt haben. Die Feder kam auch erst etwas später dazu, aber ich finde es faszinierend, wieviel sie optisch ausmacht – ohne sieht der Anhänger irgendwie eher läppisch aus, trotz der Perlen…

Grüße
die schattenhexe

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