Schmetterling im Winter

Ja richtig: Winter. Vor ein paar Tagen habe ich die ersten Schmetterlinge dieses Jahr gesehen und mir ist wieder eingefallen, dass ich euch noch etwas vorenthalten habe. Eine ganz besondere Begegnung im letzten November, die sich bei mir als absolutem Liebhaber von (echten) Raupen und Schmetterlingen richtig eingebrannt hat.

Und damit hier niemand auf komische Gedanken kommt: Alle folgenden Bilder sind komplett unbearbeitet bzw. nur zugeschnitten und mit Wasserzeichen versehen. Kein Photoshop, keine Farbbearbeitung, nichts. Ich habe die Gelegenheit damals genutzt, um meine neue Handykamera zu testen und was soll ich sagen – perfekt!

Schmetterling Hand2

Gefunden habe ich die kleine Schönheit Ende November in einem Beet im Garten meiner Eltern, als sie über den kalten Boden kraxelte. Ich konnt einfach nicht anders, als ihn auf die Hand zu nehmen. Er war auch absolut ruhig, flog nicht weg und ich habe zahlreiche Fotos machen können. Ich nehme an die vermeintliche Ruhe rührte von der Kälte her und mein Papa hat mir danach erzählt, dass er ein paar Tage vorher einen solchen Schmetterling bei sich in der warmen Werkstatt gefunden und vor die Tür gebracht hatte.
Es war also vermutlich der selbe Falter, der jetzt auf der Suche nach einem spontanen Winterquartier war.

Schmetterling3

Schmetterling9

Schmetterling7

Schmetterling5

Ich hatte noch ernsthaft überlegt, ob ich ihn mitnehme und ihm auf unserem Balkon ein Winterquartier einrichte. Mangels spontaner Infos dazu habe ich ihn dann aber doch an einer geschützten Stelle mit viel Laub wieder abgesetzt. Leider weiß ich entsprechend nicht, ob ers wirklich durch den Winter geschafft hat.

Schmetterlinge fand ich schon immer faszinierend und ich grüble schon, ob ich mich in Zukunft nicht doch noch mal an einer kleinen Aufzucht versuchen soll. Die Population geht ja seit Jahren immer weiter zurück, da schadet das in keinem Fall. Und so schwer, wie man zuerst glaubt, ist es nach meinen bisherigen Recherchen offenbar auch gar nicht. Schaun wir mal…

Schmetterling2

Grüße
die schattenhexe

Abendlicher Besuch

Da bin ich vorhin gedankenverloren auf dem Heimweg von der S-Bahn nach Hause und plötzlich denke ich, ich gucke nicht richtig: da bewegt sich doch was vor mir auf dem Bürgersteig! Kurz nach neun, dunkel, nur teilweises Licht von der Straßenlaterne – ich schwörs, da hat sich was bewegt…

Und neugierig wie ich bin, musste ich natürlich nachgucken, was das nun ist.

Schaut mal, wer mir da direkt vor die Füße gelaufen ist:

Teichmolch

Ich dachte zuerst es wäre eine Eidechse, aber die schleichen ja nun wirklich nicht vor sich hin – von schnellen Bewegungen oder gar Flucht hier aber keine Spur. Vielleicht eine schon etwas unterkühlte Eidechse? Das war im Dunkeln allerdings etwas schlecht zu entscheiden, also hab ich den kleinen Findling kurzerhand aufgehoben und vom Fundort direkt an Straße und Baustelle mit zu unserem Haus genommen, um ihn im vielen Grün dahinter wieder auszusetzen.
Die kleine Dame hat sich den ganzen Weg über kaum gerührt und auch mit dem Verschwinden im Laub hatte sies nicht gerade eilig. Nach der anschließenden Recherche ist nun aber klar: das gehört so.
Es handelt sich um ein Teichmolchweibchen und die sind an Land nicht unbedingt die schnellsten. Dazu kommt noch, dass man sie normalerweise einfach gar nicht zu Gesicht bekommt. Und wer stolpert wieder drüber? Ich natürlich :)

Was auch immer die Kleine also an der Baustelle gemacht hat – ich denke im Grünen findet sies besser.

Teichmolch2

Grüße
die schattenhexe

Schmetterlingspark

Vor ein paar Wochen war ich mit meinem Mann im Schmetterlingspark in Buchholz – hab ich schon erwähnt, dass ich Schmetterlinge und Raupen total toll finde? *begeistert in die Hände klatscht* – und die schönsten Fotos wollte ich euch gerne zeigen. Der „Park“ ist eigentlich ein großes Haus, das entsprechend beheizt und mit Netzen abgesichert ist. Es hat mich ein bisschen an die Tropenhäuser im Botanischen Garten in Berlin erinnert – warm, schwül und grün ;)
Die Schmetterlinge fliegen dort völlig frei herum und einige muss man schon eine Weile verfolgen, um sie überhaupt sinnvoll vor die Linse zu bekommen. Wir haben mindestens drei oder vier Runden gedreht, bis wir alle gesehen hatten…

Dabei haben uns zwei der Arten besonders fasziniert. Einerseits der Schmetterling mit dem überaus passenden Namen „Glasflügler“, dessen Flügel zum Großteil tatsächlich durchsichtig sind. Erst haben wir gerätselt wie das zustande kommt, aber die einfachste Lösung ist in diesem Fall auch die richtige: er hat einfach keine farbigen Schuppen auf den entsprechenden Flügelteilen.

Glasflügler
(Greta oto)

Mit dem Bestaunen der zweiten Art haben wir eine beträchtliche Zeit unseres Aufenthalts im Schmetterlingspark verbracht und uns noch immer nicht satt gesehen. Die Rede ist vom Malaysischen oder Indischen Blattschmetterling. Zuerst haben wir ihn ganz einfach übersehen, aber ich würde mal sagen, dass das genau so beabsichtigt war (jedenfalls vom Falter). Denn dieser Schmetterling sieht bei zusammengeklappten Flügeln wirklich haargenau aus wie ein Blatt. Also so richtig. Mit Farbe und Form und Maserung und sogar Löchern! Nur Fühler und Beine haben Blätter normalerweise ja nicht und senkrecht direkt am Baumstamm sitzen sie auch nicht – das war dann auch genau der Punkt, über den wir irgendwann gestolpert sind…aber seht selbst:

Blattschmetterling
(Kallima paralekta)

Erstaunlich, oder?
Laut meiner Recherche lässt sich der Falter übrigens bei Gefahr im Flug mit geschlossenen Flügeln zu Boden fallen und verschwindet somit einfach optisch im Laub – grandios, wie ich finde.
Die Oberseite der Flügel lässt eine solche Tarnung alles andere als vermuten:

Blattschmetterling
(Kallima paralekta)

Abgesehen von diesen zwei zeitraubenden Studienobjekten gab es natürlich noch viel mehr zu sehen. Zum Beispiel dieses „Monstrum“ hier mit einer Flügelspannweite von lockeren 25 Zentimetern:

Atlasspinner
(Attacus atlas)

Oder diesen schönen Eulenfalter:

Eulenfalter
(Caligo eurilochus)

Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an die Warnung aus Kindertagen: man darf die Schmetterlingsflügel nicht anfassen, sonst verwischt der Staub darauf und sie können nicht mehr fliegen. In meinen (Kinder-) Ohren klang das immer plausibel und vielleicht ist das mit ein Grund, warum Schmetterlinge so faszinierend sind. Aber ich kann euch beruhigen: Schmetterlinge haben gut befestigte Schuppen auf den Flügeln statt Staub und sie können auch ohne diese fliegen, wie man am Glasflügler bestens sehen kann.
Trotzdem haben Schmetterlinge nach wie vor irgend etwas mystisches an sich – finde ich.

Grüße
die schattenhexe