Erinnerungen an Kindertage

Eigentlich bin ich ja eh nie wirklich erwachsen geworden – habe ich jedenfalls manchmal so den Eindruck *hüstel*
Im Ernst, ich patsche auch heute noch unheimlich gern in große Pfützen, gehe nachts um halb eins raus zum Schaukeln und erfreue mich immer noch an den kleinen Wunderbarkeiten der Welt wie dem ersten Schmetterling im Frühjahr, fallenden Blättern im Herbst oder dem Knistern von frischem Schnee.

Aber es gibt in jedem Leben ein paar Momente und Dinge, die sich so fest an die Seele heften, dass sie einen noch Jahrzehnte später ebenso tief beeindrucken wie damals. Und aus eben dieser Kategorie sind mir erst kürzlich zwei wieder über den Weg gelaufen, die ich gerne mit euch teilen möchte. Warum? Weil ich sie wunderbar finde. Weil sie etwas in mir berühren. Und weil ich es prima finde, wenn andere etwas Neues entdecken, mit dem es ihnen vielleicht ebenso geht.

Das erste kennen die meisten wahrscheinlich bereits: den Film „Die Schöne und das Biest“. Oder vielmehr einen bestimmten Teil davon.

Ich gehöre definitiv zur Disney-Generation und ich liebe die meisten Disneyfilme, besonders die schönen alten mit ihren weichen und harmonischen Handzeichnungen. Zum Erscheinen der Disney-Version war ich damals mit meiner (deutlich älteren) Cousine im Kino, das weiß ich noch. Den Film finde ich auch heute noch schön – auch wenn es natürlich klassisch Disney ist, was ja nicht jedermann toll findet.
Den Filminhalt kann man jetzt für sich persönlich bewerten wie man möchte – was bei vielen Zuschauern aber erfahrungsgemäß einen entrückten Gesichtsausdruck hervorruft, im Laufe des Films von den meisten jedoch direkt wieder vergessen wird, ist die Titelmelodie zu Beginn.

Sie hat mich schon als Kind fasziniert und all die Jahre nicht mehr losgelassen. Lange Zeit tauchte sie ab und an mal wieder auf, verschwand dann wieder aus meinem Kopf, aber jedes Mal fand ich sie berührend. Deswegen hier eine Version ohne die Erzählerstimme, die ich zwar auch sehr gern mag, die aber leider den Fokus der Ohren wieder gänzlich ablenkt…

Den Gegenstand meiner zweiten Kindheitserinnerung werden sicher weniger Leute kennen: Die Geschichten von Beatrix Potter.

Anfang des 20. Jahrhunderts hat sie nicht nur Kindergeschichten geschrieben, sondern sie auch selbst illustriert. Und das in einer Art und Weise, die mir bis heute jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn ich ihre Bücher aufschlage. Nicht nur wegen der Geschichten selbst, sondern vor allem wegen ihrer wunderbaren Zeichnungen.
In England ist sie überaus bekannt, so dass ich diese Kinderbücher meiner Mutter verdanke, die früher oft in England war.
Die auch bei uns bekannteste Geschichte von Potter ist „Die Geschichte von Peter Hase“ – vielleicht ist sie euch ja doch schon mal irgendwo begegnet.

Ihre Geschichten gibt es nicht nur in einzelnen Büchern, Sammelbänden in englisch und deutsch (sowie noch einigen Sprachen mehr), sondern eine Auswahl auch als Zeichentrickfilme im selben Zeichenstil wie ihre Illustrationen.
Sie sind eine unglaublich tolle Ergänzung zu den Büchern, denn durch den gleichen Stil erwachen die Zeichnungen förmlich zum Leben.

Meine persönliche Lieblingsgeschichte – in Bild und Film – ist aber die vom „Schneider von Gloucester“, die Figuren sind einfach so dermaßen liebenswert…

Ein weiterer Aspekt der Zeichentrickfilme, der mich bis heute begleitet und jedes Mal wieder etwas in mir weckt, ist auch hier die Titelmusik. Fast jede Folge beginnt mit dem gleichen Realfilm-Vorspann und endet mit einem ebensolchen Abspann, den ich bereits als Kind unglaublich schön fand. Nicht nur aufgrund der Bilder, auch hier spielte die Melodie wieder eine entscheidende Rolle. Jahrelang war ich auf der Suche nach diesem Lied bis ich endlich irgendwo auf den Soundtrack zur Zeichentrickserie stieß.

Hier sind Vor- und Abspann, wenn auch in wirklich schlechter Qualität:

Und hier das Titellied:

Und was ist von eurer Kindheit noch so alles übrig?

Grüße
die schattenhexe

Immer her damit!

Die letzten Wochen habe ich mit Abwesenheit geglänzt und heute möchte ich euch verraten, was daran Schuld war.

Zum einen bekommen wir derzeit eine neue (alte) Küche und entsprechend fällt Arbeit an. Das erklärt auch die aktuelle Seifenabstinenz – keine Küche, keine Seife.
Zum anderen habe ich die letzten Wochen überwiegend Spätschicht gehabt und fragt mich nicht warum, aber es scheint ein Grundgesetz bei Spätschichten zu sein: man kommt einfach zu so gut wie nichts.

Es gibt allerdings noch einen dritten Grund.

Wer mich kennt, der weiß: es gibt massenweise Hobbys, die ich schon ausprobiert habe und ständig muss ich etwas Neues entdecken.

Wirklich neu ist die aktuelle Faszination zwar nicht, aber es ist diesbezüglich neues Material aufgetaucht: selbst hergestellte Kosmetik.
Um genau zu sein ist dieses Thema schon seit über 10 Jahren in meinem Hinterkopf präsent und das ein oder andere aus der Region habe ich ja in letzter Zeit auch schon gerührt (Stichpunkt Sheasahne zum Beispiel). Was mir aber bisher fehlte, war eine gründliche aber verständliche Hintergrundlektüre, die auch wirklich Hintergrund bietet und nicht nur die üblichen Kurzeinweisungen und Rezepte. Ich lese nunmal gerne und bereite mich bei sowas immer auch gern mit der entsprechenden Theorie umfassend vor.
Seit Freitag bin ich jetzt am Dauerlesen, denn die bisher fehlende Lektüre hat nun endlich ein Zuhause in meinem Bücherregal gefunden:

Naturkosmetik selber machen - Heike Käser

Das Buch kostet 35 Euro, was einem auf den ersten Blick vielleicht viel erscheinen mag. Aber lasst euch gesagt sein: es gibt meiner Meinung nach kein umfangreicheres, verständlicheres und vor allem vollständigeres Buch zum Thema Selberrühren. Das Buch ist sein Geld sowas von wert, selbst 50 Euro wären da noch locker angemessen.
Um es kurz zu sagen: es enthält auf knapp 500 Seiten einfach alles zum Thema. Theorie, Praxis und einen differenzierten Blick auf das teils doch recht heikle Thema Naturkosmetik. Und das alles auch noch verständlich und symphatisch formuliert. Selbst ich als Chemie-Interessierte, aber auf diesem Gebiet bisher Nur-Bahnhof-Versteherin habe bei den entsprechenden Erläuterungen wirklich alles verstanden.
Also Applaus bitte, für dieses absolut gelungene Buch – meinem neuen Standardwerk in Sachen selbstgerührte Kosmetik.

Der Vollständigkeit halber und natürlich als Nachschlagewerk eignet sich der quasi zweite Band der Autorin zum Thema:

Naturkosmetische Rohstoffe - Heike Käser

Hier findet man alle Rohstoffe noch einmal im Detail und kann nachschlagen, was man womit ersetzen kann oder wofür ein Rohstoff doch gleich noch gut war. Von Einsatzkonzentrationen, genauen Inhaltsstoffen und Verarbeitungsinfos mal ganz abgesehen. Als Ergänzung zum Handbuch einfach unschlagbar und somit stehen die Bücher nun als Duo in meinem Regal.

Die Autorin selbst beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Naturkosmetik und der eigenen Herstellung und hat entsprechend viele Erfahrungen zum Weitergeben gesammelt. In meinen Augen ist sie DIE Koryphäe auf dem Gebiet.

Weitere Infos zu Autorin, Büchern und ihrer Naturkosmetik findet ihr entweder auf ihrer Internetseite Olionatura.de oder auf ihrem Blog Olionatura.com. Dort findet ihr auch diverse Rezepte, generelle Infos zu Rohstoffen und Verarbeitung und natürlich wertvolle Tipps.

Ich für meinen Teil werde jetzt weiter im Handbuch schmökern gehen, damit ich mit neuer Küche dann richtig loslegen kann.

Grüße
die schattenhexe

Info:
Die Abbildungen sind direkt von der Seite www.olionatura.com verlinkt und die Rechte liegen entsprechend nicht bei mir.

Bücher, so weit das Auge reicht

Bücher sind heilig.
Also mir zumindest. Es gibt nichts, womit man besser dem Alltag entfliehen und sich in Phantasie verlieren kann, als mit einem guten Buch.
Filme sind toll, keine Frage, aber sie liefern fertige Bilder. Sie legen die Geschichte, die sie erzählen, optisch fest und lassen keinen Raum mehr für die eigene Vorstellung – ich könnte wetten, nicht jeder Leser des Herrn der Ringe hat sich Frodo Beutlin in Gestalt von Elijah Wood vorgestellt…

Als Kind fand ich Bücher schlicht langweilig, aber schließlich sieht man in diesem Alter die Welt auch noch mit deutlich mehr Phantasie, als es ein Buch je vermitteln könnte. Zu einem Geburtstag – ich weiß nicht mehr, der wievielte es tatsächlich war – habe ich dann die ersten Bücher von Ralf Isau geschenkt bekommen. Und meine Welt hat sich verändert.
Rückblickend habe ich weniger das Gefühl, dass meine eigene Phantasie dadurch gelitten hat, vielmehr habe ich seine phantastischen Welten förmlich aufgesaugt und das hat mein Weltbild noch um ein paar Nuancen bunter werden lassen.
Mittlerweile ist er der meist vertretene Autor in meinem Bücherregal und auch heute noch lese ich seine Bücher ausgesprochen gerne. Er beherrscht die Kunst Phantasie und Wirklichkeit so gut miteinander zu verflechten, dass man nach Weglegen des Buches manchmal doch kurz überlegen muss, in welchen Bahnen die Realität nun tatsächlich verläuft.

Natürlich ist Isau nicht der einzige Autor in meinem Regal, denn meine Faszination für das Medium Buch ist schon vor längerer Zeit in eine Sammelleidenschaft übergegangen – mittlerweile besitze ich über 300 Bücher. Und da sind die unzähligen Fach- und Hobbybücher noch nicht mal mitgezählt.
Und selbstverständlich habe ich fast alle davon gelesen, allerdings bin ich in letzter Zeit etwas in Verzug geraten.

Ein Eindruck meiner Büchersammlung – aber nur die eine Regalhälfte…

Wie schon gesagt, Bücher sind mir heilig. Und deshalb stehen sie auch alle ordentlich im Regal und werden nicht irgendwo in zweiter Reihe platziert oder wahllos in eine Ecke gestapelt. Da bin ich eigen. Bei mir wird man auch keine massiv verknickten Taschenbücher finden und wer sich ein Buch aus meinem Heiligtum ausleihen will, der muss die tragbaren Papierstapel genauso zu schätzen wissen wie ich.
Ich weiß, ich habe (nicht nur) diesbezüglich einen an der Waffel, aber Schätze sind nunmal Schätze.

Ein paar davon möchte ich euch in Zukunft näher vorstellen, denn ein Klappentext und eine Buchempfehlung sind doch immer noch zwei recht unterschiedliche Schuhe.
Aber bis dahin gehe ich nun erstmal den vierten Band von Bartimäus lesen, schließlich hab ich noch was aufzuholen…

Grüße
die hexe